Zürcher Tanzfestival 2017

22 September bis 7 Oktober 2017

In Zeiten, in denen die Genregrenzen zwischen Tanz, Theater und Performance scheinbar überwunden sind, präsentieren wir mit einem kleinen, aber feinen Festival die aktuellsten Strömungen.

Inspiriert durch den legendären Tanzaktivisten Wolfgang Brunner (1930–2006), der 1985 das Festival Tanznovember aus dem Boden stampfte, bietet YEAH YEAH YEAH – ohne irgendwelchen Traditionen verpflichtet zu sein – den unterschiedlichsten Entwicklungen, Auswüchsen und Manifestationen des schweizerischen und internationalen Tanzschaffens ein Schaufenster.

Das Publikum wird mit den vielfältigsten Tanzsprachen in Berührung kommen und dabei nachdenkliche, verstörende, aber auch lustvolle und überraschende Abende erleben.

Silvie von Kaenel, Michael Rüegg, Michel Schröder

SOLOS

Hodworks (Ungarn)

Fr 22 und Sa 23 September, jeweils um 20 Uhr, Fabriktheater

Nach ihrem begeisternd irrlichternden Projekt «Conditions of being a mortal» (2015) ist die ungarische Gruppe Hodworks in diesem Jahr zum zweiten Mal ans Yeah Yeah Yeah eingeladen.

In «Solos» zeigen drei PerformerInnen, umrundet vom Publikum, eine Serie von Solos, die teilweise nicht von dieser Welt scheinen. Jedes Solo, für sich ein geschlossener, einzigartiger kleiner Kosmos, bildet in der Abfolge mit den anderen eine Metamorphose aus Emotionen und Sinneseindrücken, die sich zu einem wunderbar versponnenen, dramatischen und urkomischen Abbild menschlicher Vielfalt und Individualität verdichten. 

Credits

Kreation und Tanz Marcio Kerber Canabarro, Emese Cuhorka, Csaba Molnár Choreografie Adrienn Hód Musik Coil, GG Allin, Vini Vici Kostüme Anikó Németh Licht Miklós Mervel Damaturgie Ármin Szabó-Székely Unterstützt von Ministry of Human Resource, National Cultural Fund, OFF Foundation, SÍN Cultural Center, New Performing Arts Foundation

Dauer 1 Std. 50 Min.

TICKETS:
Fr 22.09.2017
Sa 23.09.2017

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DISABLED THEATER

Von Theater HORA & Jérôme Bel (Schweiz/Frankreich)

Fr 29 / Sa 30 September und So 1 Oktober, jeweils um 20 Uhr, Aktionshalle Rote Fabrik

Die herausragende Zusammenarbeit zwischen Theater HORA und Jérôme Bel neigt sich diesen Herbst dem Ende zu. Nach sechs erfolgreichen Jahren mit Gastspielen in über 20 Ländern und insgesamt rund 165 Vorstellungen ist das Fabriktheater die drittletzte Station vor Paris und Berlin, bevor «Disabled Theater» für immer abgespielt sein wird. 

In einer Gesellschaft, die sich selbst als zutiefst normal definiert, bildet Behinderung eine Grenze, gegen die die Kategorie der Normalität anrennt. In «Disabled Theater» teilen elf professionelle SchauspielerInnen mit kognitiver Beeinträchtigung in berührender Aufrichtigkeit das ihnen eigene Zeitempfinden, ihre besondere Körperlichkeit, ihre Sensibilität.

 

Credits

Mit Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni Blumer, Demian Bright, Matthias Brücker, Nikolai Gralak, Matthias Grandjean, Julia Häusermann, Sara Hess, Tiziana Pagliaro, Fabienne Villiger, Remo Zarantonello  Konzept Jérôme Bel Assistenz, Übersetzung Chris Weinheimer Dramaturgie Marcel Bugiel Produktionsleitung Svetlana Ignjic Produktion Theater HORA – Stiftung Züriwerk Koproduktion Theater HORA, R.b. Jérôme Bel, Festival Auawirleben (Bern), Kunstenfestivaldesarts (Brüssel), Documenta 13 (Kassel), Festival D'Avignon, Ruhrtriennale, Festival D'Automne à Paris, Les Spectacles Vivants – Centre Pompidou (Paris), La Bâtie – Festival De Genève, Hebbel Am Ufer (Berlin) Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Pro Helvetia, Stiftung Denk An Mich, Ernst Göhner Stiftung hora.ch, jeromebel.fr

Dauer 90 Min.

TICKETS:
Fr 29.09.2017
Sa 30.09.2017
So 01.10.2017

Hammer Kombiangebot!

A CLOUD OF MILK

Von Milla Koistinen (Finnland/Deutschland)

Sa 30 September und So 1 Oktober, jeweils um 18 Uhr, Fabriktheater

«A Cloud of Milk» ist eine Kreation für drei professionelle TänzerInnen und acht bis zehn Kinder. Das Material dieser aussergewöhnlichen Produktion wurde in einem «Traum- Labor» mit Kindern erarbeitet und anschliessend in die Stückentwicklung, in Licht, Ton und Filmprojektionen transformiert. Verschiedene Stadien des Schlafs inspirieren die Szenen, mit Fokus auf REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), Einschlafstadium und Klartraum (lucid dreaming). Die PerformerInnen bewegen sich zwischen den verschiedenen Stadien des Schlafes, erwachen, kontrollieren den Traum oder lassen sich von ihm leiten. Entstanden ist so ein halluzinierendes Tanzstück über die Verzerrung von Körper, Raum und Klang. 

Ein Stück mit Kindern für Erwachsene.


 

Credits

Konzept und Choreografie Milla Koistinen Von und mit Gaëtan Brun-Picard, Fanny Didelot, Milla Koistinen und 8–10 Kindern aus Zürich Sound Design Jochen Arbeit Video/Licht Jan Isaak Voges, Gaëtan Brun-Picard Künstlerische Mitarbeit Gaëtan Brun-Picard Produktionsleitung Jana Lüthje, Milla Koistinen Produktion Milla Koistinen Koproduktion tanzhaus nrw Unterstützt von Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf , Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, Samuel Huber Foundation, Alfred Kordelin Foundation, Arts Promotion Centre Finland, Residence Schloss Bröllin e.V., Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, The Finnish Institute in Berlin, ITAK – Regional Dance Center of Eastern Finland, Finnish-German Association in Kuopio  

Dauer ca. 50 Min.

TICKETS:
Sa 30.09.2017
So 01.10.2017

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Hammer Kombiangebot!

HOPE HUNT and the Ascension into Lazarus

Von Oona Doherty (Nordirland)

DOPPELABEND MIT
CLASSICAL BEAUTY
1 Ticket für beide Stücke
Di 3 / Mi 4 Oktober
, jeweils um 20 Uhr, Aktionshalle Rote Fabrik

Virtuos performt Oona Doherty die Dekonstruktion von Männlichem und pulsierend schwitzender Affektiertheit. Sie nimmt uns hierfür mit auf einen Trip durch ein dreckiges Europa zwischen Gewalttätigkeit, Erfurcht einflössender Erhabenheit und Erbarmen. Dohertys Tanz ist der Zusammenbruch des Stereotyps des «ewig benachteiligten» Mannes, den sie in seine Bestandteile zerlegt und in eine caravaggiohafte, gleissend helle Vorhölle erhebt. Drohende Gesten verbinden sich mit Elementen des klassischen Tanzes. Und so allmählich verwandeln sich die Randexistenzen in weisse Paradiesvögel. Es ist eine Jagd nach Hoffnung.

Die aus Belfast stammende nordirische Choreografin gewann mit «Hope Hunt» den Dublin Tigre Fringe Best Performance Award.

 

Credits

Konzept, Choreographie, Performance Oona Doherty Musik Chris McCorry, Strength NIA & Oona Doherty Hunter in the Car Ceer Rory Moore Technische Leitung Sarah Gorden

Dauer je 30 Min.

TICKETS:
Di 03.10.2017
Mi 04.10.2017

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CLASSICAL BEAUTY

von Taneli Törmä (Finnland/Dänemark)

DOPPELABEND MIT
HOPE HUNT
1 Ticket für beide Stücke
Di 3 / Mi 4 Oktober
, jeweils um 20 Uhr, Aktionshalle Rote Fabrik

Zukunftsträume können uns helfen zu leben. Ebenso gut können sie uns aber auch daran hindern, ebenjenes Leben zu leben, nach dem wir uns in Wirklichkeit sehnen.

In seinem Solo «Classical Beauty» jagt der Choreograf Taneli Törmä einem seiner Träume nach – und versucht ihn, unter Einsatz aller Mittel, wahr werden zu lassen: nämlich einmal so tanzen zu können wie ein männlicher Solist im klassischen Ballett, mit allem, was dazugehört. Alleine hätte er das wohl nie hingekriegt. Aber zum Glück haben wir Menschen ja die Möglichkeit, in unseren Träumen die Realität so zu manipulieren, dass sie tatsächlich real wird. Manchmal dauert es elf Jahre oder länger, um den Mut aufzubringen, sich den tatsächlichen Hürden zu stellen und sie zu überwinden. Taneli Törmä hat es geschafft und lässt uns nun daran teilhaben! Voll schrägem, kindlichem Humor und mit einer tiefen Ehrlichkeit.

Credits

Choreografie & Tanz Taneli Törmä Corps de ballet 10–16 Studierende einer Ballettschule Licht Design Mårten K. Axelsson Sound Design und Komposition Erik Schrøder Christoffersen & Tchaikovsky Kostüme Inbal Lieblich Mentoring Catherine Poher [Text Wrapping Break] Technik David Nicolás Abad Administration The project Center at Dansehallerne Produktion LOCATION X Unterstützt von The Danish Arts Foundation, Københavns Scenekunstudvalg

Dauer je 30 Min.

TICKETS:
Di 03.10.2017
Mi 04.10.2017

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«PARK»

Von deRothfils (Schweiz)

Fr 6 / Sa 7 Oktober, jeweils um 20 Uhr, Fabriktheater

«PARK» spielt hinter den glitzernden Fassaden eines Vergnügungsparks – und treibt die Leere und Absurdität der heutigen Spassgesellschaft auf die Spitze.

Die ausgelassene Menschenmasse auf dem Gelände des Parks nebenan, eine Kakophonie aus Gelächter, Schaubuden, Maschinenlärm und Disco-Tracks, alles ist deutlich hörbar. Sehen tut das Publikum aber etwas anderes. Es befindet sich Backstage, und was es sieht und von nebenan hört, steht in seltsamem Kontrast zueinander. Das Abwesende dominiert das Geschehen, und durch die Verschiebung von Bild und Ton entsteht eine eigenartige Lücke in der Wahrnehmung von Realität.

deRothfils wurde 2010 von der Tänzerin und Choreografin Nina Stadler und der Musikerin und Performerin Annalena Fröhlich in Bern gegründet. deRothfils inszeniert die Idiotie und Einsamkeit des Menschen in Choreografien, experimentellen Performances und Filmen. 

Credits

Inszenierung Annalena Fröhlich Mit Fhunyue Gao, Giulin Stäubli, Annalena Fröhlich, Moritz Alfons, Dominik Gysin, Robin Adams Musikalische Leitung Moritz Alfons, Annalena Fröhlich Bühne Stefanie Liniger Kostüm Romy Springsguth Licht Mirjam Berger Oeil extérieur Ralf Samens Produktionsleitung Michael Röhrenbach Koproduktion Dampfzentrale Bern

Dauer 60 Min.

TICKETS:
Fr 06.10.2017
Sa 07.10.2017

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Tickets

RESERVATION
+41 / 44 485 58 28 und
fabriktheater@rotefabrik.ch

VORVERKAUF
www.starticket.ch

ABENDKASSE UND BAR öffnen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn.

FESTIVALPASS FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN
CHF 132.–
Legi CHF 88.–
Kulturlegi CHF 66.–
Festivalpass auf Starticket

EINTRITTSPREISE
CHF 30.– / 20.– / 15.– (Kulturlegi)

FREIER EINTRITT
Menschen mit Aufenthaltsbewilligung N oder F haben freien Eintritt für alle Veranstaltungen.

 
 

ZWEI STÜCKE AN EINEM ABEND!

Sa 30.9. und So 1.10. um 18 Uhr «A Cloud of Milk» und um 20 Uhr «Disabled Theater»
Kombiangebot: CHF 40.– statt CHF 60.–
(Legi CHF 30.–, Kulturlegi CHF 20.–) für beide Stücke

Sa 30.9.2017
So 01.10.2017

Kontakt

Silvie von Kaenel, Michael Rüegg, Michel Schröder

Fabriktheater Rote Fabrik
Seestrasse 395
CH-8038 Zürich
+41 / 44 485 58 28
www.rotefabrik.ch
www.fabriktheater.ch
fabriktheater@rotefabrik.ch
Sämtliche Veranstaltungsräume in der Roten Fabrik sind rollstuhlgängig.

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